Wie barrierefrei ist Zirndorf? Begehung der Zirndorfer Innenstadt

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind.

Meist denkt man bei „barrierefrei“ an Rampen und Aufzüge statt Stufen für Menschen mit eingeschränktem Gehvermögen. Aber im Rahmen der Inklusion gehört da auch dazu, dass Gehörlose eine entsprechende Schrifttafel und Hinweise bekommen, dass Sehbehinderte durch entsprechende Akustiksignale ihren Weg alleine finden.

Wir Grünen wollten wissen, wie barrierefrei Zirndorf ist und erkundeten mit dem Behindertenbeauftragten des Landkreises, Stefan Beck, rund um das Rathaus und den Marktplatz die Situation vor Ort.

Zusammenfassend stellten wir fest: Zirndorf ist ganz gut aufgestellt, aber es gibt auch viele Verbesserungswünsche spezielle von Geh- und Sehbehinderte sowie für Mütter mit Kinderwägen.

So fehlen am Rathaus Hinweisschilder wie man den Zugang zur Ausgabestelle Gelber Säcke, zum Aufzug im Nebengebäude oder zu den Toiletten findet. Der Behindertenparkplatz hinter dem Rathaus sollte blau gekennzeichnet werden, blau wie das dazugehörige Verkehrszeichen.

Positiv ist das Städtische Museum zu erwähnen, das einen barrierefreien Zugang im Nebengebäude hat. Der Zugang zu den Ausstellungen bleibt ihnen allerdings verwehrt, was auf den Museums-Flyern laut Herrn Beck unbedingt vermerkt werden sollte.

Ganz negativ zu bewerten ist im Moment der Bereich Marktplatz. Die Rampe zur Bachstraße ist zu steil, es fehlen die öffentlichen Toiletten, Stufen sind nicht gekennzeichnet und es gibt keinen barrierefreien Zugang zur Tourist Information.

Positiv hervorzuheben sind auch die „sprechenden Infostellen“ an der Bushaltestelle Fürther Straße/Bahnhof  im Testbetrieb. Es fehlen allerdings ein Dach und eine Bank für die Wartenden. Die Randsteine sollten auch hier abgesenkt werden, für die Neigungsbusse.
Über die Situation am Bahnhof brauchen wir gar nicht berichten. Hier heißt es abwarten, bis eine Gesamtlösung in Sicht ist.